Corona-Krise beeinflusst Sexualverhalten

Eine aktuelle chinesische Studie zeigt, dass aufgrund des Lockdowns während der Corona-Krise starke Veränderungen im Sexualbereich sichtbar sind. Chinesische Wissenschaftler befragten Mitte März Hunderte von chinesischen Männern und Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Dies geschah während des strengen Lockdowns, die das gesellschaftliche Leben stark eingeschränkt hatte. Schüler und Studenten mussten zu Hause bleiben, und dies galt auch für alle Chinesen, die nicht notwendige Arbeiten verrichten.

Weniger Sex durch Corona

Etwa 37 % der Befragten hatten seit der Sperrung weniger Sex gehabt. Ein Fünftel hatte öfter Geschlechtsverkehr gemacht. Bei einem Viertel der Befragten schien das sexuelle Verlangen zurückgegangen zu sein. Nur 14 % gaben an, dass sie mehr Lust auf Sex haben. Bemerkenswert ist, dass Männer ein größeres Bedürfnis nach Sex haben (18 %), während weniger als ein Zehntel der Frauen diesen Wunsch hatten (8 %). Die sexuelle Zufriedenheit war während der Corona-Krise bei 35 % der Befragten gesunken. Fast ein Drittel (32 %) der Männer neigte dazu, nach dem Lockdown das Bett mit mehr Partnern zu teilen oder bei den sexuellen Aktivitäten mehr Risiko (unsicherer Sex) einzugehen. Bei den Frauen war dieser Prozentsatz mit 18 % deutlich niedriger.

Veränderungen in Beziehungen

Bei 15 % der Menschen mit einem Partner stellte sich die Beziehung als schlecht heraus. Nur 4 von 10 erklärten, die Beziehung sei ausgezeichnet. Auffallend ist, dass Männer häufiger angaben, die Beziehung sei gut oder schlecht, während Frauen die Beziehung häufiger als normal betrachteten. Als Ursachen für die verminderte Sexualaktivität nannten die Forscher eine weniger gute Liebesbeziehung und ein geringes sexuelles Verlangen. Indirekt wird auch der finanzielle Rückgang als Ursache genannt. Schließlich stellt sich heraus, dass Angst, Langweiligkeit und Stress eine schlechtere gegenseitige Beziehung zwischen zwei Partnern beeinflussen.

Internationale Forschung erwünscht

Übrigens erklären die Wissenschaftler, dass diese Studie nur einen Eindruck davon vermittelt, was sexuell bei Menschen geschieht, die seit dem Ausbruch des Coronavirus wochenlang im Haus bleiben mussten. So betonen die Wissenschaftler beispielsweise, dass nur Chinesen befragt wurden, von denen fast drei Viertel noch zu Hause bei ihren Eltern leben und die Hälfte verheiratet war. Sie glauben, dass eine globale Umfrage bei einer großen und vielfältigen Gruppe von Befragten aus verschiedenen Ländern mehr Informationen bringen könnte.

Sorge um eine Zunahme der STIs

Auf der Grundlage dieser Studie erwarten die Wissenschaftler jedoch, dass die Zahl der Geschlechtskrankheiten/STIs nach dem Lockdown stark ansteigen wird. Sie stützen sich dabei auf die Gruppe der Männer (ein Drittel), die sich mehr Bettpartner wünschen oder nach dem Lockdown mehr Risiko eingehen werden. Gegenwärtig sind weltweit bereits Probleme bei der Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen sichtbar. Tests auf Geschlechtskrankheiten (STI-Tests) werden von den Gesundheitseinrichtungen verschoben, so dass die Menschen nicht wissen, ob sie sich infiziert haben. Dies ist besonders gefährlich, weil eine Geschlechtskrankheit oft keine Symptome zeigt und den Eindruck erweckt, dass jemand gesund ist. Zusätzlich zum Mangel an STI-Tests scheint es in den USA einen großen Mangel an Antibiotika zu geben, die Gonorrhoe und Chlamydien wirksam behandeln können. US-Präsident Donald Trump hat das Antibiotikum Azithromycin wiederholt als wirksames Medikament gegen das Virus bezeichnet, aber Ärzte warnen, dass es noch keinen Beweis dafür gibt, dass dieses Medikament tatsächlich hilft. Dennoch haben diese Aussagen zu einer erhöhten Nachfrage nach diesem Medikament geführt.

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