Eine Geschlechtskrankheit im Rachen?

Es ist nur selbstverständlich, dass wir eine Geschlechtskrankheit von ungeschütztem Sex bekommen. Aber die meisten Leuten wissen nicht, dass man mit Oralsex, wie Blowjobs und Cunnilingus das gleiche Risiko hat. Obwohl wir dies häufig machen, gibt es oft ungeschützten Oralsex. Aber wir werden auch nicht besonders im Rachenraum getestet. Ist das tatsächlich sinnvoll?

Aktiver oder passiver Oralsex

Obwohl Vaginalsex bei Männern (88 Prozent) und Frauen (89 Prozent) ganz oben auf der Liste steht, genießen die Menschen auch Oralsex. In der Studie “Sexualverhalten in Deutschland” im Jahr 2017 haben 51 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen Oralsex gegeben. Dies wird auch als aktiver Oralsex bezeichnet. Beim Oralsex bekamen 56 Prozent der Männer einen Blowjob und 48 Prozent der Frauen Cunnilingus, auch passiver Oralsex genannt.

Auffallend ist, dass die Alterskategorien unterschiedliche Zahlen beim passiven und aktiven Oralsex aufweisen. Von den untersuchten Alterskategorien erfreuen sich 75,3 Prozent der 25-29-jährigen Männer am aktiven Oralsex. Oralsex empfangen, ist besonders häufig bei Männern im Alter von 30 bis 39 Jahr (80,8 Prozent). Bei den Frauen ist es die Altersgruppe der 19-24-Jährigen, die am liebsten Oralsex gibt (68,9 Prozent) und erhält (73 Prozent).

Wenn Oralsex unter jungen Menschen relativ häufig vorkommt, gibt es dann auch geschützten Sex?

Kondome beim Oralverkehr

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Verhütungsmittel in Deutschland untersucht. Die Forschung zeigte, dass 2018 nur 46 Prozent Kondome als Verhütungsmittel verwendeten. Auf Kondome wird daher häufig verzichtet.

Kurz gesagt, viele Menschen haben Oralsex (und genießen ihn), und die meisten von ihnen sind ungeschützt, das heißt ohne Kondom oder Lecktücher. Das liegt daran, dass die Menschen nicht gerne ein Kondom mit Gleitmittel im Mund haben. Aber auch von geschütztem Oralsex kann man eine Geschlechtskrankheit bekommen!

STIs vom Oralsex

Durch Zungenküsse und Oralsex kann man Lippenherpes bekommen, wenn der Herpes zu diesem Zeitpunkt im Träger aktiv ist. Dies äußert sich oft in Bläschen auf der Lippe.

Obwohl sie viel seltener als in den Genitalien vorkommt, kann eine Geschlechtskrankheit auch im Rachen versteckt sein. Insbesondere Chlamydien und Gonorrhoe sind relativ häufig im Rachenraum zu finden. Sie können Symptome wie Halsschmerzen oder Schluckschmerzen verspüren, müssen es aber nicht. In den meisten Fällen gibt es überhaupt keine Symptome. Daher ist es wichtig, sich bei einem Arztbesuch nach Geschlechtskrankheiten im Rachenraum fragen zu können. In den meisten aktuellen Richtlinien wird dem Oralverkehr und den so genannten oropharyngealen Geschlechtskrankheiten jedoch kaum Aufmerksamkeit geschenkt.

Verdacht auf STIs

Wenn ein Risiko für eine Geschlechtskrankheit besteht, kann man sich beim Gesundheitsamt oder beim Arzt testen lassen. Dieser kann von der Krankenkasse erstattet werden, wenn ein Verdacht auf STIs gibt. Leider ist dies in der Regel nicht der Fall, da Geschlechtskrankheiten oft keine Symptome aufweisen. Eine Alternative ist ein Selbsttest mit Laboranalyse.

Regelmäßige Kontrolle

Wenn du dich nur regelmäßig testen lassen willst, um sicher zu sein, und es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass du dich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt hast, wird den Arzt dich normalerweise nur auf die häufigsten Geschlechtskrankheiten testen.

Was oft nicht getestet wird, ist das Vorhandensein einer Geschlechtskrankheit im Rachen (oder Anus). Menschen, die Männern einen Blowjob geben, bekommen etwas häufiger eine orale Geschlechtskrankheit als Menschen, die Frauen Cunnilingus geben. Dies hat damit zu tun, dass ein Penis oft tiefer in den Mund kommt und daher leichter die Rachenschleimhaut infizieren kann.

Deshalb ist es wichtig, dass gemeldet wird, wenn es ungeschützten Oral- oder Analsex gab und du dich auch im Rachenraum oder im Anusbereich testen lassen möchtest, damit auch dort ein Abstrich gemacht werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit, einen mündlichen Selbsttest zum Nachweis von Chlamydien oder Gonorrhoe oder einen analen Selbsttest zu bestellen. Die Tests sollten mindestens 14 Tage nach dem letzten ungeschützten Sexualkontakt durchgeführt werden (die Inkubationszeit).

Behandlung und Verhütung oraler STDs

Glücklicherweise lassen sich orale Geschlechtskrankheiten gut behandeln. Chlamydien im Rachenraum werden zum Beispiel mit denselben Antibiotika behandelt, die auch für Chlamydien verschrieben würden, die sich als genital erwiesen haben.

Die Vorbeugung beginnt mit einer guten Mundhygiene und der Vermeidung von Entzündungen im Mund-Rachenraum. Eine Beschädigung der Mundschleimhaut kann das Infektionsrisiko erhöhen.

Die Übertragung von Chlamydien, Tripper und Syphilis lässt sich durch die Verwendung von Kondomen und Lecktüchern/Frauenkondomen verhindern. Wenn du einen Blowjob mit Sperma oder Cunnilingus während der Periode (Blut) geben willst, ist es auch wichtig, Kondome (Frauenkondome) oder Lecktücker/Dental Dam zu verwenden, um eine HIV-Übertragung zu verhindern. Wenn man keinen Dental Dam hat, kann man auch ein Kondom der Länge nach aufschneiden und es als Barrieremethode verwenden. Es ist nicht sehr praktisch, aber es ist better safe than sorry!

Vor allem sollten wir weiterhin Freude am Geben und Nehmen von Oralsex haben – und zwar geschützt. Dann wird es für alle von Vorteil sein.

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