MYCOPLASMA GENITALIUM

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Über Mycoplasma genitalium ist bislang wenig bekannt, da das Bakterium schwer nachzuweisen ist. Auf diese STI wird besonders dann getestet, wenn jemand mit Chlamydien oder Tripper Symptome aufweist, die auch nach der Behandlung anhalten. Studien zeigen, dass diese Geschlechtskrankheit häufiger als Tripper auftritt, aber weniger häufig als Chlamydien.

DR. MED. ANNELIES LUCAS

Fachärztin für Allgemeinmedizin und medizinische Direktorin. Sie arbeitete 25 Jahre lang als Fachärztin für Allgemeinmedizin, promovierte an der Universität Maastricht und ist seit 2011 medizinische Direktorin bei Diagnostiek voor U.

ÜBERSICHT:

  • Mycoplasma genitalium ist eine ziemlich unbekannte STI
  • Sie tritt in den Harnwegen und Genitalien auf
  • Nicht jede Infektion führt zu Beschwerden
  • Mycoplasma genitalium ist heilbar
  • Die Erkrankung tritt häufiger auf als Tripper

WAS IST MYCOPLASMA GENITALIUM?

Mycoplasma genitalium verursacht Entzündungen in Harnleitern, Gebärmutterhals und Eileitern. Es wurde auch bereits in Hals und Rektum nachgewiesen. In den 1980er Jahren wurde es als bakterielle Infektion entdeckt. Inzwischen ist bekannt, dass es sich um eine Erkrankung handelt, die durch ungeschützten Sex übertragen wird. Viele Menschen wissen nicht, dass sie die STI in sich tragen, weil sie keine Beschwerden haben. Dennoch können sie andere infizieren.

WIE BEKOMMT MAN MYCOPLASMA?

Mycoplasma wird sexuell übertragen. Die Ansteckung kann beim Oral-, Genital- und Analsex erfolgen. Der Übertragungsweg ist identisch mit dem von Chlamydien.

Ein Kondom beugt dieser Geschlechtskrankheit vor.

Symptome

Die Symptome des Mycoplasma genitaliums zeigen viele Übereinstimmungen mit denen von Chlamydien oder Tripper. Man geht häufig davon aus, dass sich der Infizierte mit einer der beiden letztgenannten Geschlechtskrankheiten infiziert hat, da die Infektion mit Mycoplasma genitalium schwer nachzuweisen ist. Nach der Infektion können folgende Symptome auftreten:

  • Entzündung des Harnleiters
  • Schmerzen beim Pinkeln
  • Gebärmutterhalsentzündung und vaginale Blutungen
  • Ausfluss aus der Scheide oder Penis
  • Schmerzen beim Sex
  • Schmerzen im Hodenbereich

Bei neun von zehn Männern treten nach einer Infektion keine Symptome auf. Bei etwas mehr als der Hälfte der infizierten Frauen treten hingegen Symptome auf.

Risiko

Über mögliche Komplikationen, die auftreten, wenn diese STI nicht behandelt wird, ist bislang wenig bekannt. Ohne Behandlung können Infektionen immer wieder auftreten. Möglicherweise steigt das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt bei schwangeren Frauen.

WAHRSCHEINLICHKEIT

Mycoplasma wird als relativ neue Geschlechtskrankheit betrachtet. Daher sind noch nicht viele Daten erfasst. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragbarkeit wird jedoch ähnlich wie bei Chlamydien geschätzt. Diese liegt bei 45 Prozent.

Testen

Häufig wird diese STI bei einer weiteren Untersuchung erkannt, nachdem jemand positiv auf Chlamydien oder Tripper/Gonorrhoe getestet wurde. Oder zum Beispiel dann, wenn eine Behandlung nicht anschlägt. Zum Testen wird die PCR-Methode verwendet. Damit lassen sich schwer nachweisbare Bakterien schneller zurückverfolgen. Getestet wird an Hand von entnommenen Proben, die bei Männern aus dem Urin und bei Frauen aus einem Abstrich gewonnen werden.

Behandlung

Eine Behandlung erfolgt nur, wenn Symptome auftreten und eine Infektion nachgewiesen werden kann. Diese STI kann mit dem Antibiotikum Azithromycin behandelt werden, obwohl das Bakterium immer resistenter gegen dieses Medikament zu werden scheint. Daher kann auch Moxifloxacin verschrieben werden.

letzte Aktualisierung: 21.01.2019